Schloß Landestrost und seine Geschichte

Die Existenz des Schlosses wurde 1320 zum ersten mal urkundlich erwähnt. 1573 wurde es nach einem Brand von Herzog Erich II., so wie wir es heute kennen, wieder aufgebaut. Die Baupläne stammten von holländischen und italienischen Meistern. Zusammen mit dem Schloß und unter Einbeziehung der Stadt entstand eine gewaltige Festungsanlage. Erst nach dem Tode Herzog Erich II. wurde der Bau fertiggestellt. Zur Finanzierung mußten die Bürger Hand- und Spanndienste leisten sowie erhöhte Steuern in Kauf nehmen. Die erste bildliche Darstellung von Schloß und Festung Landestrost entstand im Jahre 1650.

Im Laufe der Zeit sind am Schloß wesentliche bauliche Veränderungen vorgenommen worden. So wurde an der Nordseite ein neuer Eingang geschaffen, während auf der Ostseite einer der alten Eingänge verschlossen wurde. Die ursprünglichen alten Kreuzpfostenfenster wurden auf der Leineseite durch einfache Holzfenster ersetzt; im Innenhof blieben sie größtenteils erhalten.

Schlo&szling;hof
Architektur des Schlosses

Unter dem Schloß befindet sich ein aus Bruchstein bestehendes Spitztonnengewölbe, welches mit den Katakomben unter der Festungsanlage verbunden ist. Die Außenwände sind unter Verwendung von Ziegelmauerwerk mit Friesen, Simsen und Quaderbändern in Sandstein errichtet worden. Die Eingangsportale sind ebenfalls mit reichem Sandsteinschmuck verziert. Der Südflügel war der älteste Teil des Schlosses und bereits im 18. Jahrhundert so stark baufällig, daß er abgerissen wurde.

Anfang 1973 begannen die Arbeiten zur Umgestaltung des Schloß- und Festungsbereiches in einen öffentlichen Erholungspark. Dabei wurde eine seit einem halben Jahrhundert unter Mauerwerk verborgene Tür wiederentdeckt. Diese an der Ostseite befindliche Tür ist älter als die übrigen 3 Eingangsportale. Alle Portale werden durch das Wappen von Herzog Erich II.geschmückt. Nur über dem Mittelportal ist außerdem das Wappen seiner Frau Dorothea angebracht. Die Schlußsteine aller Portale bilden Löwenköpfe.







Gewölbe Schlo&szling;tür Sektkellerei
Gewölbe, Gemäuer und Sektkellerei

Rund um Neustadt verlief ein Wall, dessen Länge 944m betrug. Er war fast überall durch Mauerwerk abgestützt. Die Länge der Mauern, die zu diesem Zweck errichtet wurden, betrug 1863m. Das Mauerwerk hat eine Dichte von 2,33m und an den Stellen, wo die Pfeiler standen, war es 4,67m dick. Die Breite des Walls schwankt zwischen 37 und 42m. Mauerwerk und Wall sind durchweg 9,34m hoch.

Die Steine, aus denen das Schloß erbaut wurde, stammen aus dem Deister. Die roten Mauerbrandsteine wurden in einer Ziegelei in Wunstorf hergestellt, die Bruchsteine stammen aus den Stemmer und den Gehrdener Bergen.

Im Jahre 1888 gründete Fritz Kollmeyer in Reims mit seinem französischen Partner Duprès die Firma Duprès und Co., die dann auch in Neustadt in den Kasematten unter dem Schloß und im unterirdischen Gang mit der Herstellung von Sekt begann. Von Anfang an wird der Neustädter Sekt durch Flaschengärung hergestellt. So ging der Neustädter Sekt als der Sekt aus der nördlichsten Sektkellerei Europas auch in die Geschichte des Schlosses ein.


Abbild der Mutter mit Kind
Das eingemauerte Kind

Es gibt die Legende, daß beim Bau der Festungsanlage im Sumpf der Leineniederung ein Kind lebendig in die Südbastion der Festung eingemauert wurde, weil beim Bau die Mauern immer wieder zusammenfielen. Als der Herzog auf die Fertigstellung drängte, glaubte man die Lösung durch das Opfer eines Kindes gefunden zu haben. Da in der Stadt keine Mutter bereit war, ihr Neugeborenes zu opfern, fragte man schließlich eine Zigeunerin, die bereit war, ihr Kind für einige Taler zu opfern. Man mauerte das Kind ein. Die Mutter bekam aber danach Gewissensbisse und stürtzte sich in den Festungsgraben, wo sie ertrank. Ein Relief in der Mauer soll auf die Geschichte hinweisen.


Die alte Kanone

Auf dem westlichen Teil der pfeilspitzförmigen Festungsanlage befindet sich eine Eisenkanone, die auf einer nach historischen Vorlagen gebauten Lafette aus Eichenbohlen liegt. Sie stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Den Amtsgarten durchzieht von Ost nach West eine Hainbuchenallee, deren beide Reihen zusammengewachsen sind, und so einen schattigen Laubgang bilden.

Geschichte der Stadt Neustadt am Rübenberge
Neustädter Land

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