Die Zukunft hat schon begonnen
Die achtziger und neunziger Jahre
Nach einer Aufrüstungsanstrengung der USA und der Afghanisten -Invasion der UDSSR brachten die 80er die Entspannung. Gorbatschow leitete mit "Glasnost" und "Perestroika" die entscheidene Wende ein. Die Weltlage entspannte sich. Ab 1985 wurden die bisher stockenden Abrüstungsverhandlungen wiederaufgenommen. 1987 wurde der IFN-Vertrag gezeichnet, der die Vernichtung aller amerikanischen und sowjetischen Mittelstreckenraketen in Europa bis 1991 vorsah.1988 erfolgte das einseitige Angebot von Truppenreduzierungen in Osteuropa. Der Ostblock löste sich auf. Ungarn und Polen machten den Anfang;gefolgt von der DDR.1991 hatte die SU aufgehört zu existieren. In der KSZE-Charta von Paris 1991 wurde der Gegensatz von Ost und West aufgehoben. Die Zukunft hatte begonnen. In dieser Phase fielen die entscheidenden Daten für Deutschland. Im November 1989 fiel die Mauer. Die Grenze öffnete sich für die ersten Trabis,die überall begeistert begrüßt wurden,und am 3.Oktober 1990 übernahm die Bevölkerung der DDR das bislang provisorische Grundgesetz der Bundesrepublik. Die Einigung war erfolgt.
Und doch :
Über all dem Positiven für Europa und Deutschland lag seit 1986 ein Schatten: der Schatten von Tschernobyl! Dagegen verblassen lokale Ereignisse.
1984 – Was "Big Brother" in Hannover sehen konnte:
Die 90er: Auf dem Weg ins 21.Jahrhundert
Die deutsche Einheit ist längst zur Normalität geworden- so scheint es jedenfalls. Tatsächlich signalisieren die steigenden Schülerzahlen, trotz langfristig abnehmender Geburtenrate, daß irgendetwas immer noch nicht stimmt: eine schleichende Ost-West-Wanderung von den fünf neuen in die alten Bundesländer will nicht enden. Wer sich die Zahlen über Arbeitslosigkeit vor Augen hält, kann das nicht verwunderlich finden: für 12,1% Arbeitslose insgesamt sorgen vor allem die neuen Länder.
Die Sowjetunion hat aufgehört zu bestehen. Die Blöcke haben sich aufgelöst: Die Nachkriegszeit ist endgültig beendet. Europa wächst zusammen. Die Grenzen sind gefallen. Seit 1992 ist der Binnenmarkt geschaffen, der Euro kommt. Auch die politischen Änderungen sind nicht mehr aufzuhalten und werden über zunehmende Gesetzgebungskompetenzen eines Tages "normal" sein.
Und Hannover ?
Hannover liegt im Expo-Fieber! Der Verkehr ist in Stoßzeiten in Agonie wegen ungezählter Baustellen. Die Bewohner der Region haben auch etwas davon, jedenfalls wenn sie nach Hannover wollen, z.B. um dort zu arbeiten. Die Expo 2000 heißt für die Menschen im Jahr 1998 mit Gewißheit: etwas früher aufstehen als normal- der Stau ist sicher!
Photo: Flaggen vor dem Rathaus
Die Expo 2000 ... auf dem Weg ins 21. Jh.
Die Expo 2000 stellt in mancherlei Hinsicht eine Herausforderung für die Stadt und die Region dar. Inhaltlich soll unter dem Motto "Mensch- Natur- Technik" das vereinbart werden, was auf den ersten Blick in krassem Widerspruch zu stehen scheint:
Können sich Natur und Technik wirklich vereinen ?
Ist der "Mensch" das Bindeglied ?
Oder wird seine Welt mit der Setzung seiner Bedürfnisextreme "Natur" und "Technik" endgültig zerrissen ?
Die Antwort der – wechselnden – Expo- Planer:
Die Gegensätze werden vereint !
Praktisch muß ein Besucheransturm in ganz ungewohnter Größenordnung bewältigt werden. Erwartet werden 40 Mio. Besucher. Das bedeutet, daß auf den Flughafen, der bereits heute weit mehr als 4 Mio. Fluggäste jährlich "bewältigen" muß, im Jahr 2000 vermutlich mehr als eine halbe Million zusätzlicher Fluggäste zukommen wird. Fataler Weise erhält der Flughafen mit seinen gegenwärtigen Sicherheitsstandards von der Stiftung Warentest als einziger bundesrepublikanischer Flughafen vor kurzem erst die Note "mangelhaft" , wegen brennbarer Materialien und schlechter Fluchtwege. Nach Aussagen der Flughafenleitung ist diese Note ungerecht, da eine gründliche Umstrukturierung bereits auf vollen Touren laufe - wenn auch für den Flughafenbenutzer nicht sichtbar - neben der deutlich erkennbaren Kapazitätserweiterung durch ein neues Terminal z. B.: Die Züge der Bundesbahn und die U-Bahn des Citybereiches, die in den Außenbereichen als Straßenbahn fahren, sowie die Busse der Region werden abgestimmt bzw. ergänzt auf ein neues S-Bahn-System, das dem Besucheransturm mit dem zu erwartenden zusätzlichen Passagieransturm um 65000 Menschen täglich im Jahr 2000 genügt.
Photo: Der neue Nordstadtbahnhof
Photo: Hannover benötigt 35000 Parkplätze
Photo: Bahnhof Laatzen - Direkter Zugang zum EXPO-Gelände
Das Konzept in 11 Themenschwerpunkten:
In den Themen der Expo:
...die nicht nur schwerpunktmäßig auf dem dem Expo-Gelände, sondern z.T. dezentral präsentiert werden, werden die Gegensätze überbrückt:
Mit den Themen wird nicht nur der neuen Zukunftstechnologie und mit ihr den ökonomischen Interessen genüge getan, sondern auch der Ökologie, z.B. im Steinhuder-Meer-Projekt, einem Renaturierungsvorhaben bisher kaum gekannten Ausmaßes, das bereits erste Erfolge deutlich sichtbar werden läßt. Die Expo- Gegner : Der Ökonomie wird gegenüber der Ökologie deutlich Vorrang eingeräumt, z.B. sollen auf dem Kronsberg (in unmittelbarer Nähe des Expogeländes) zur Schaffung von Parkplätzen Naturschutzflächen entwidmet werden. Die nötigen Straßenbauarbeiten und die damit zumeist verbundenen Staus werden relativ gelassen hingenommen.
Und wir selbst:
Geht uns die Expo an? – Im Prinzip ja ! So sollte es jedenfalls sein ! Und außerdem: Die Zukunft hat immer schon begonnen, wenn Du es am wenigsten erwartest ! Auf einen Nenner bringen kann man die Reaktionen jedenfalls nicht. Deshalb sollen zum Schluß wieder "Zeitzeugen" das Wort haben:
Katharina (16) und Kathrin (18): Hannover ist noch nicht bereit für die Expo! Die Expo gehört in eine Weltstadt!
Marc (16) : Ich finde, daß die Expo der Stadt Hannover schon jetzt viel gebracht hat. Der Großraum wird "saniert", das Verkehrssystem ausgebaut. Ansonsten habe ich von der Expo wenig mitgekriegt.
Lars (17) : Meiner Meinung nach ist die Expo besonders gut für unsere Region. Die Infrastruktur wird verbessert und wahrscheinlich werden auch Arbeitsplätze geschaffen. Ich bin stolz darauf in der Region zu wohnen, in der die Expo stattfindet.
Daniel (17): Meine Meinung zur Expo ist geteilt. Positiv ist der Ausbau von Verkehrsverbindungen und Gebäuden in der Innenstadt (Bahnhof, Expocafé, usw.). Jedoch gibt es auch bedenken, daß sich Hannover durch die Expo blamiert, wenn nicht alle Planungen termingerecht fertig werden. Dafür spricht der ständige Wechsel der Expoleitung.
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