Zwischen Neustadt und dem Steinhuder Meer erstreckt sich ein großes Moorgebiet, "Totes Moor" genannt. Hier ist seit vielen Generationen Torf abgebaut worden. Dokumente und Stationen zu der langen Geschichte des Torf-Abbaus sind im Neustädter "Torfmuseum" zu besichtigen, welches im "Schloß Landestrost" in Neustadt eingerichtet ist. Nach dem 2. Weltkrieg begann man damit, den Torf mit großen Maschinen industriell abzubauen. Somit enstanden zunehmend große "tote" Flächen und die Forderungen der Naturschützer nach einer Renaturierung wurden immer drängender.
vorher, nachher
Links: Torfabbau führt zu einer völligen Vernichtung der
Hochmoorvegetation.
Rechts: Durch rechtzeitige Planung können auf abgetorften Flächen
unter Umständen für den Naturschutz wertvolle Biotope entstehen.
Intakte Hochmoore bieten einen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten,
die sich den extremen Verhältnissen (Hochmoore sind nährstoffarm
und bestehen zu über 90% aus Wasser, das sauerstoffarm und sauer ist!)
angepaßt haben. Für diese Arten gibt es kaum Ertsatzlebensräume,
sie sind auf die Hochmoore angewiesen! Durch die Nutzung des Menschen sind
sie allerdings stark gefährdet. Einer wirtschaftlichen Nutzung (z.B.
Torfabbau) geht beispielsweise eine Entwässerung voraus, wodurch dem
Moor sein Lebenselement (Regenwasser) entzogen wird; die torfbildenden Pflanzen
sterben ab. Außerdem können auf entwässerten Pflanzen Bäume
oder Sträucher aufwachsen, die die hochmoortypische Vegetation
verdrängt.
Anläßlich der EXPO 2000 in Hannover soll bei Neustadt am Rübenberge auf einer rund 200 Hektar großen Moorfläche, die bis jetzt von einer Neustädter Firma abgetorft wurde, die Regeneration solcher Torfabbauflächen vorgestellt werden. Der Landkreis Hannover, dem diese Fläche gehört, wird die entsprechenden Maßnahmen wie die Schließung der Entwässerungsgräben und die Entfernung der Bäume und Sträucher auf den entwässerten Flächen durchführen und so einen weiteren Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen erhalten bzw. schaffen.